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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

"Wohltuendes Zusammensein in der Gemeinschaft"

Gymnastik in der Tagespflege, die wieder geöffnet ist.Gymnastik sorgt für Bewegung und Abwechslung: Da werden Bälle in den Korb geworfen um die Beine gekreist und in die Luft geworfen. Christine Kraus / Caritasverband für die Diözese Speyer

Gott sei Dank!", ruft Edith Glock beim Betreten der Tagespflege des Caritas Altenzentrums St. Bonifatius und strahlt. Die Seniorin bringt es auf den Punkt, was alle denken - Besucher, Angehörige und Mitarbeiter: Endlich darf die Tagespflege wieder öffnen - endlich wieder ein Stück Normalität.

Seit März 2020 war die Tagespflege aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen, nur von Oktober bis Weihnachten war sie kurz wieder geöffnet. "Dieses blöde Corona hat uns schon was gekostet", findet Besucher Helmut Wiedemann, der froh ist, jetzt zweimal die Woche wieder kommen zu dürfen. "Die Atmosphäre hier ist einfach schön", erklärt er. So sieht das auch Edith Glock: "Die Kontaktbeschränkungen waren schlimm", sagt sie. "Hier ist es wie bei Muttern am Tisch, alle sitzen zusammen, so wie früher".

Ein Besucher liest gerne die Rheinpfalz.Roland Fricke löst in der Tagespflege gern das Kreuzworträtsel in der Rheinpfalz. Christine Kraus / Caritasverband für die Diözese Speyer

Gemeinsam nehmen die Senioren am liebevoll dekorierten Tisch ihr Frühstück ein. Neben Edith Glock sitzt Eva Merk. Sie ist neu. "Ich war einmal zur Probe da und es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich wieder da bin", erzählt sie. Ihr Mann leide an Demenz und für sie sei dieser Tage wie ein Tag Urlaub. Schnell kommt sie mit Edith Glock ins Gespräch. Die beiden entdecken Gemeinsamkeiten, zum Beispiel dass sie bald 90 Jahre alt werden. Roland Fricke vertieft sich derweil lieber ins Kreuzworträtsel der Rheinpfalz.

Für 15 Besucher hat die Tagespflege Platz. Manche kommen täglich, andere nur ein oder zwei Tage pro Woche. "Im Moment sind noch Plätze frei", sagt Christine Barde, Leiterin der Tagespflege. Einige der ehemaligen Besucher seien inzwischen verstorben, andere zu hinfällig und wieder andere in die benachbarte stationäre Pflege gezogen. Dort hat Barde und ihre beiden Kolleginnen Lisa Zubrod und Gabi Kroll-Diefenbach von der Tagespflege auch die vergangenen sieben Monate gearbeitet, als Mädchen für alles, wie sie sagt. Es war keine schlechte Erfahrung, nach 20 Jahren wieder einmal in der stationären Pflege zu arbeiteten, findet sie. "Das hat meinen Horizont riesengroß erweitert". Es habe Spaß gemacht, aber die Tagespflege sei ihre "Herzensarbeit". Während der langen Schließzeit hat sie auch versucht, mit den Besuchern der Tagespflege und den Angehörigen Kontakt zu halten und dabei deren Nöte mitbekommen. "Viele haben mir erzählt, dass die Senioren stark abgebaut haben und dass sie selbst an ihre Grenzen kommen und ganz dringend Entlastung brauchen."

"Meine Mutter hat in der Zeit kognitiv stark abgebaut und zwei Kleidergrößen abgenommen", erzählt eine Angehörige. Alleine zu Hause habe sie oft das Essen vergessen und vor allem das Trinken und wohl viel geschlafen. "Die Tagespflege ist ein echter Segen", findet sie. "Hier ist meine Mutter in einer kleinen Gruppe gut betreut und es ist immer ein Ansprechpartner erreichbar."

Auf die Tagespflege als wichtige Abwechslung auch durch die sozialen Kontakte hofft auch ein Angehöriger, der seine Mutter zum einem Probetag bringt. Er hofft so sehr, dass es seiner Mutter hier gefällt. Denn während der Pandemie seien viele Angebote weggefallen, die ihr sehr gefehlt hätten. Er wünscht sich, dass seine Mutter hier wieder auflebt.

Das Frühstück ist inzwischen beendet und die Senioren sind auf die bequemen Stühle in den benachbarten Ruheraum gewechselt. Doch von Ruhe ist nicht die Rede, denn heute ist Gymnastik mit der Alltagsbegleiterin Gaby Kroll-Diefenbach angesagt. Da werden Bälle in den Korb geworfen um die Beine gekreist und in die Luft geworfen. Gelegentlich landet mal ein Softball beim Nachbarn auf dem Schoß, was zu allgemeiner Erheiterung führt. Weiter geht es mit einer Quizrunde.

Zwei Besucherinnen, die sich austauschenHaben sich in der Tagespflege kennengelernt und angefreundet: Edith Glock (links) und Eva Merk. Christine Kraus / Caritasverband für die Diözese Speyer

Christine Barde schaut zu und beschließt spontan: "Morgen machen wir Obstsalat." Da wird dann gemeinsam geschnippelt und alle helfen zusammen. "Manche sagen, sie hätten ihr Leben lang genug gearbeitet, aber dann machen sie doch gerne mit", erzählt sie. Edith Glock liebt diese gemeinsamen Aktionen. "Wir haben auch schon gebatikt und Kuchen gebacken. Die Chefin macht den Teig und wir Kinderlein den Belag und die Streusel", berichtet sie. Auch Bastelangebote findet sie prima, sie hat schon einiges zu Hause nachgebastelt. Die Vormittage sind abwechslungsreich, Angebote im Haupthaus wie Singen, Sitztanz oder Gymnastik werden mit genutzt.

"Nach dem Mittagessen schlafen die meisten wirklich tief und fest in den Ruhesesseln", erzählt Christine Barde. Danach wird noch aus der Rheinpfalz vorgelesen. Die Lesestunde endet immer mit dem Witz des Tages.

Um 15.50 Uhr werden die Gäste entweder vom Fahrdienst oder von den Angehörigen wieder abgeholt. Die Besucher hatten einen schönen Tag, nur eins wünscht sich Helmut Wiedeman: "Dass bald wieder alle Plätze besetzt sind: "Es ist am schönsten, wenn der Tisch voll ist, da ist was los."

 

Text und Fotos: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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