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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Selbstgepresster Apfelsaft – „Sehr lecker“

Kinder der Kita Herz Jesu Schifferstadt besuche das Haus St. Matthias des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius – Apfelwoche zum einjährigen Bestehen des neuen Hauses

Das Haus Matthias, die Schifferstadter Zweigstelle des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius Limburgerhof, feiert sein einjähriges Bestehen in der ersten Septemberwoche mit einer Aktionswoche rund um das Thema Apfel. Ein Höhepunkt war das Apfelsaftpressen zusammen mit den Vorschulkindern der katholischen Kindertagesstätte Herz-Jesu.

Kinder der Kita Herz Jesu Schifferstadt besuchen das Haus St. Matthias des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius

Hinter dem Haus haben die „Gartenfreunde Schifferstadt“ die mobile Saftpresse des Rhein-Pfalzkreises aufgebaut. Die Kindergartenkinder werden von den Bewohnern des Hauses, die vor der Saftpresse Platz genommen haben, schon erwartet. Denn wenn die Kleinen kommen, ist immer etwas los. Passend zum Thema Apfel haben die Kinder für die Senioren einige Lieder und Fingerspiele vorbereitet und einen kleinen Tanz aufgeführt bevor sie hautnah miterleben, wie Apfelsaft gemacht wird: Erst waschen die Männer die Äpfel, dann schreddern sie die Früchte. Der Apfelbrei wird in mehreren Schichten auf der Presse verteilt, und wenn sich der Stempel der Presse dann senkt, beginnt der Apfelsaft zu fließen. Die Kinder sind so fasziniert, dass sie die vielen Wespen, die von dem süßen Obst in Scharen angezogen werden, gar nicht richtig wahrnehmen. Abgesehen von dem einen Tier, das ein „Schaumbad“ im Apfelschaum der Presse nimmt. Und der Mann an der Presse nimmt den zwölften Wespenstich der Saison gelassen.

Der frisch gepresste Saft fließt durch ein Sieb in einen Behälter und wird dann in einen anderen Behälter weitergeleitet, in dem er auf 80 Grad erhitzt und dann in Plastikbehälter gefüllt wird, die in einem Karton verpackt werden. Und dann ist es so weit: Die Kinder dürfen den Saft probieren. „Sehr lecker“, war das einstimmige Urteil. Die Senioren beobachten die Aktion von ihren Stühlen aus, dürfen natürlich ebenfalls verkosten, und auch ihnen schmeckt es sichtlich.

Kinder der Kita Herz Jesu Schifferstadt besuchen das Haus St. Matthias des Caritas-Altenzentrums St. BonifatiusArletta Groß verteilt die Becher mit dem frischgepressten Saft an die Bewohner von Haus St. Matthias und die Kinder der Kita Herz Jesu. „“Von dem Besuch der Kinder in unserem Haus profitieren die Kleinen und die Großen“, sagt sie.

Da sowohl die Kindertagesstätte als auch St. Matthias viele Äpfel zum Pressen gegeben haben, haben die Gartenfreude schon eine Weile zu tun. „Der Apfelbauer Hass aus Böhl-Iggelheim hat uns einen wirklich guten Preis für 80 Kilo Äpfel gemacht“, erzählt Arletta Groß, die Leiterin des Sozialdienstes. Dass sie 60 Liter Saft daraus bekommen würden, hätte sie allerdings nicht gedacht. Allerbester „Cuvée Schwanenweiher“, wie es Groß in Anlehnung an den benachbarten Schwanenweiher nennt. Die Senioren beobachten immer noch fasziniert die Arbeiten an der Saftpresse, als die Kinder nach einer Stunde wieder den Heimweg antreten. Vorher haben sie Apfel-Muffins bekommen, bei deren Zubereitung die Bewohner von St. Matthias am Vortag mitgeholfen haben.

Kinder der Kita Herz Jesu Schifferstadt besuchen das Haus St. Matthias des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius

Von dem Besuch der Kinder profitieren Alt und Jung. Arletta Groß ist selbst jedes Mal wieder gerührt, wenn sie sieht, wie sonst scheinbar teilnahmslose Bewohner mit den Kindern klatschen und ihnen zuwinken oder unruhige Menschen ruhig sitzenbleiben und zusehen. „Ich habe noch nie erlebt, dass unsere Bewohner von Kindern oder Jugendlichen überfordert sind“, sagt Groß. „Sie genießen den Besuch und fragen auch aktiv immer wieder danach.“ Auch Ina Raschke, die Leiterin der Kita Herz Jesu, berichtet, dass die Kinder den Kontakt mit den Senioren gerne haben. „Wenn wir mit ihnen dann über den Besuch sprechen, hören wir oft: „Das waren doch die Leute, die geklatscht und gesungen haben.“ An diesen Besuch werden sie sich ganz besonders erinnern, weil es noch eine Zeitlang Apfelsaft in der Kindertagesstätte gibt.

Nach einer guten Stunde bekommen die Senioren doch langsam Hunger. Aus der Küche strömt der Duft nach frischen Kartoffelpuffern. Die gibt es heute mit Apfelmus, es ist ja Apfelwoche. Weitere Aktionen in der Jubiläumswoche sind ein Dia-Abend mit Bildern aus dem vergangenen Jahr am Mittwoch, ein Konzert am Donnerstag und Dampfnudelessen am Freitag – mit Kartoffeln, Weinsoße und – natürlich – Apfelmus.

Rückblick auf ein bewegtes Jahr

Ein Jahr nach dem Umzug vom ehemaligen Caritas-Altenzentrum St. Matthias in das Haus St. Matthias zieht Arletta Groß Bilanz. „Wir haben umstrukturieren müssen, uns umstellen von groß auf klein, auch was die Aufmerksamkeitsleistung der Bewohner betrifft“, erzählt sie. 24 Bewohner, ausschließlich Menschen, die an Demenz erkrankt sind, leben im Haus Matthias.
Man habe einiges ausprobiert, aber letztlich habe sich gezeigt, dass so gut wie alle Aktionen, die früher im Altenzentrum mit rund 120 Bewohnern angeboten wurden, auch im Haus Matthias fortgeführt werden können, nur eben angepasst auf die Bedürfnisse der Bewohner: kürzer und auch mal auf mehrere Termine verteilt. Daher gibt es auch eine Jubiläumswoche, kein großes Fest zum einjährigen Bestehen. Und die Junge Kantorei kommt nicht mehr zum Nikolausfest, sondern an einem extra Termin. Kinder und Jugendliche kommen nach wie vor oft zu Besuch. Ehrenamtliche singen gemeinsam mit den Senioren oder bringen ihren Hund mit. Selbst Bingo wird noch gespielt.

Die Kapelle haben Bewohner und Personal anfangs sehr vermisst, ebenso einen großen Raum, in dem alle Platz finden. Dafür findet jetzt vieles in der Küche statt, nicht nur das Alltagsleben mit gemeinsamem Kochen und Backen, auch die Wortgottesdienste, die ebenfalls an die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz angepasst sind. Manchmal werden die Gottesdienste sogar im Freien gefeiert. „Wir haben viel ausprobiert und es macht Spaß zu sehen, dass noch so viel mehr geht, als die Gesellschaft denkt“, sagt Groß. Sie schätzt, ebenso wie Bewohner und Angehörige, die kurzen Wege und den intensiveren Kontakt zu den Angehörigen.

Text und Foto: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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