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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Mit Musik direkt ins Herz gelangen

Im Vordergrund die Bewohner vom Haus St. Matthias, die den Querflötenschülern lauschen. Spielten sich in die Herzen der Bewohner vom Haus St. Matthias: die Querflötenschüler des Musikvereins 1874 aus Schifferstadt unter Leitung von Pia Darmstädter (links). Christine Kraus / Caritasverband Speyer

Flötenmusik dringt aus der Wohnbereichsküche im Haus St. Matthias, der Zweigstelle des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius, Limburgerhof. Es erklingen fröhliche, fetzige Stücke, aber auch besinnliche Lieder: Die Querflötenklasse des Musikverein 1974 Schifferstadt unter der Leitung von Pia Darmstädter ist bei den Bewohnern zu Gast. Das Konzert ist ein weiterer Höhepunkt in der Jubiläumswoche, mit der das Haus St. Matthias sein einjähriges Bestehen feiert.

Mit Musik gelangt man direkt in die Herzen der Menschen. Deswegen gab es im ehemaligen Caritas Altenzentrum St. Mathias immer wieder kleine Konzerte. Auch die Flötenspieler von Pia Darmstädter gastierten dort regelmäßig. Die Tradition wird nun auch im neuen Haus St. Matthias fortgeführt. Mit Erfolg, wie der Auftritt der Jugendlichen zeigt. Die Bewohner genießen das Konzert, das ist offensichtlich.

Auf den ersten Blick würde niemand vermuten, dass alle Bewohner an Demenz erkrankt sind. Die meisten beobachten die Jugendlichen aufmerksam, einige haben die Augen geschlossen und lauschen, andere wiegen sanft den Kopf wippen die Füße im Takt und am Ende eines Stückes klatschen fast alle. Sogar hin und wieder ein Bravo-Ruf ist zu hören. Dass zwei Männer zwischendurch ein bisschen schwätzen, ist auch nichts ungewöhnliches, nur das leise "Amen", das mitten in einem getragenen Stück ertönt, verwundert ein bisschen.

Pia Darmstädter versteht es immer wieder, ansprechende Konzerte zu präsentieren. Die Musik der Schüler ist anspruchsvoll und wunderschön. Als Trio, Quartett oder Quintett spielen die Jugendlichen spanische Klänge, russische Tänze, ein Stück des französischen Komponisten Joseph Bodin de Boismortier, aber auch Ragtime. Zwischen den einzelnen Stücken gibt es humoristische Einlagen. Pia Darmstädter liest kleine lustige Gedichte von Heinz Erhard vor. Und immer wieder gibt es Lieder, bei denen auch die Bewohner mit eingebunden werden. Lieder, deren Texte immer noch präsent sind, auch wenn das Gedächtnis nicht mehr gut funktioniert. Bei der Vogelhochzeit singen viele Bewohner mit, wer die Strophe nicht mehr kennt oder nicht vom Liedblatt ablesen kann, fällt zumindest beim Refrain mit ein. Doch selbst ein Lied wie "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" kennen noch einige. Auch die Jugendlichen und die Mitarbeiter singen mit.

Richtig emotional wird es dann bei den beiden Abschlussliedern: Der Mond ist aufgegangen und Guten Abend, Gute Nacht. Hier wird auch schon mal gleichzeitig geweint, gelacht und auch noch dabei gesungen. Das geht unter die Haut. "Das ist Leben pur, ungefiltert", sagt Arletta Groß, die Leiterin des Sozialdienstes, und ist selbst gerührt, die Bewohner so gelöst zu sehen.

Pia Darmstädter und die Kinder sind gerne gesehene Gäste, das wird beim Abschied klar. Für die Musiker gibt es Süßigkeiten, für Pia Darmstädter Blumen und die Bewohner bekommen ein Buch mit Heinz Erhard-Gedichten von Pia Darmstädter geschenkt. Drei Bewohner des ehemaligen Caritas Altenzentrums St. Matthias, die jetzt in St. Bonifatius in Limburgerhof wohnen, sind zusammen mit einer Mitarbeiterin extra zum Konzert nach Schifferstadt gekommen. "War das eine wunderschöne Überraschung", sagt eine der Seniorinnen strahlend.

Text und Bild: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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