URL: www.st-bonifatius-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/jeder-mensch-braucht-einen-stern
Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Jeder Mensch braucht einen Stern

Der Bischof spricht mit Bewohnern. Susanne Kühner / Caritasverband Speyer

Eineinhalb Jahre gibt es das neue Haus St. Matthias eine Wohnstätte für demenzkranke Menschen des Caritasverbandes für die Diözese Speyer,, am Schwanenweiher in Schifferstadt. Auf dem Grundstück des früheren Caritas-Altenzentrums St. Matthias ist es entstanden und gehört nun zum Caritas-Altenzentrum St. Bonifatius. Am Nachmittag von Heiligabend freuten sich die 24 Frauen und Männer, die in der Betreuungseinrichtung einen Platz gefunden haben, über einen besonderen Gast. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann besuchte die Menschen vor Ort, sang Lieder mit ihnen und erzählte über die Geburt Jesu.

"Das ist der höchste Besuch", sagte eine alte Dame, als die den Bischof erblickte. Angekündigt worden war er den Bewohnern, erkannt wurde er von den meisten. "Heute Morgen hatten wir bereits einen Wortgottesdienst und am Mittag die Bescherung", ließ Einrichtungsleiter Christian Hassa wissen und wies damit auf das bereits große Tagesprogramm hin, dass die demenzkranken Menschen hinter sich hatten. Viele bekamen am Nachmittag noch Besuch von ihren Verwandten. Gemeinsam genossen alle die Anwesenheit Wiesemanns, dessen Vorfreude auf das große Ereignis der Geburt Jesu alle mitriss.

Der Bischof singt mit den Bewohner Weihnachtslieder, Einrichtungsleiter Christian Hassa spielt dazu  auf der Gitarre.Susanne Kühner / Caritasverband Speyer

"Jetzt werden wir mal ein Lied zusammen singen", motivierte der Bischof die Seniorinnen und Senioren zum Mitmachen. Die griffen beherzt zu, als Christian Hassa die Texthefte verteilte. Der Einrichtungsleiter selbst begleitete den spontanen Chor bei "Ihr Kinderlein kommet" auf der Gitarre.

In beiden Etagen des Hauses, in denen die Menschen in Wohngemeinschaften zusammen leben, nahm sich Wiesemann Zeit für die Geschichte um die Krippe, den Stern von Bethlehem, die drei Weisen aus dem Morgenland und Kaiser Augustus. Zu Hilfe nahm er die Figuren der zwei Krippen, die im Gemeinschaftsbereich aufgestellt waren. In weihnachtlicher Atmosphäre - Tannenbäume, Lichter und viele selbst gebastelten Dekorationen zierten die Räume - offenbarte Wiesemann Persönliches. "Wenn Weihnachten wird", erzählte er, "dann ist es für mich immer das Schönste, die Krippe aufzubauen."

Mit seinem Vater sei er als Bub immer in den Wald gegangen, um Naturmaterialien zum Ausschmücken zu suchen. Den Brauch habe der Bischof bis heute beibehalten, erfuhren die Heimbewohnerinnen und -bewohner. "Die Krippe war das Wichtigste", pflichtete eine Dame dem Bischof bei, der in seiner Geschichte bei der Geburt Jesu angekommen war und das Jesuskind in seiner mit Heu bedeckten Schlafstätte für alle sichtbar in die Runde zeigte. "Zu Bethlehem geboren" stimmten alle gemeinsam an.

"Den Frieden lernt man nicht von oben, sondern von unten", machte Wiesemann deutlich. Jeder Mensch, sagte er weiter, brauche einen Stern, ein Licht, eine Hoffnung. Nachdem die Heimbewohner die Bedeutung der Krippe durch den Bischof persönlich erfahren hatten, hoben sie ein letztes Mal ihre Stimmen zu einem klingenden "O du Fröhliche".

Ruth Fasold, die die Gesamtpflegeleitung für das Caritas-Altenzentrum St. Bonifatius mit dem Haus St. Matthias hat, lobte das Miteinander in dem Haus und das Engagement der Mitarbeiter um Pflege-Bereichsleiter Roland Gaßmann. Hassa merkte an: "Wir fühlen uns, als wären wir schon immer mit unserer Wohnstätte in der jetzigen Form hier gewesen."

Text und Fotos: Susanne Kühner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Copyright: © caritas  2019