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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

„Einen Moment des Glückes schenken…“

Die Jugendlichen schieben die Bewohner vom Haus St. Matthias in ihren Rollstühlen durch den Wald.

Unter dem Motto "Einen Moment des Glückes schenken" stand für die D- und C-Jugend ein Besuch in Schifferstadt im Haus St. Matthias des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius in Schifferstadt. Die Jungbiber verbrachten diesen Tag mit an Demenz erkrankter Senioren und sollten bei ihrer sozialen Aktion einen Einblick in die Herausforderungen der Betreuung demenzkranker Menschen bekommen. Die beiden Mannschaften wurden dabei auf zwei Gruppen aufgeteilt, waren jedoch in den Gruppen gemischt mit Jungs aus beiden Jugenden. 

"Das Motto des Tages beruhte auf der Tatsache, dass bei Demenzpatienten die zeitlichen Dimensionen, Vergangenheit und Zukunft, weit weniger wichtig sind, als der Augenblick. Das Hier und Jetzt, wird dabei wesentlich von der Beziehungsqualität bestimmt", erklärt Thomas Eschbach, Leiter des Bausteines Soziales Engagements beim TV Hochdorf.

Gemeinsam mit ihren Eltern wurden die  Jugendlichen an einem Informationsabend, auf das Zusammentreffen mit den Senioren vorbereitet. Sozialdienstleiterin Arletta Groß gewährte an diesem Abend einen ersten Einblick in das tägliche Leben der demenzkranken Heimbewohner. Mit ihrer Botschaft, dass "einfach da zu sein und Zuwendung" das Wichtigste im Umgang mit den Patienten sei, konnte sie den Jugendlichen einen großen Teil ihrer Verunsicherung bereits an diesem Abend nehmen.Weiterhin klärte die Caritas-Mitarbeiterin darüber auf, dass die möglicherweise irritierenden Verhaltensweisen der Bewohner, der Krankheit geschuldet und daher völlig normal seien.

Ein Gruppenfoto mit den Jugendlichen und den Senioren im Rollstuhl.

Gut vorbereitet und auch ein wenig aufgeregt trafen sich die Gruppen am Freitag, 1. Juni,  und Samstag, 2. Juni,  in Schifferstadt und wurden auch gleich durch die Sozialdienstleiterin in Empfang genommen. Bevor die Jungs nun mit den Bewohnern der Einrichtung zusammentrafen, wurden sie durch Caritas-Mitarbeiter in den Umgang mit Rollstühlen eingewiesen. Nach vorsichtigem Kennenlernen kümmerten die Jungs sich dann immer zu zweit oder zu dritt um einen Senioren.

Die mitgereisten Betreuer, Miriam Provo und Daniela Hook achteten dabei darauf, dass die Teams dabei immer aus D- und C-Jugendlichen bestanden. Durch diese Einteilung mussten sich die Jungs untereinander helfen, wenn einer alleine nicht kräftig genug war, einen Senioren samt Rollstuhl eine Steigung hochzuschieben oder ein Hindernis überwunden werden musste. "Die gemeinsame Bewältigung der Aufgaben sollte das mannschaftsübergreifende Zusammenhalten fördern, die Jungs sollen sich als ein Verein sehen," erklärte Daniela Hook.     

Die Jugendlichen stehen mit den Senioren im Vogelpark Schifferstadt vor einem Gehege und schauen die Tiere an.

Während die Gruppe am Freitag mit verschiedenen Spielen auf dem Gelände der Einrichtung Zeit mit den Heimbewohnern verbrachten, konnte die Gruppe am Samstag den nahegelegenen Vogelpark besuchen. Hierbei kam es zu einer Situation, die nicht nur bei den Jungs Eindruck hinterließ. Der Ehemann einer der demenzkranken Seniorinnen war einige Wochen vor der Aktion verstorben. Laut Arletta Groß war sie seither völlig emotionslos. Als einer der Jungs die Dame am Ziegengehege fragte, ob sie die Ziegen auch füttern wolle, nahm diese sich von dem Futter und ließ sich von einem der Tiere aus der Hand fressen. Dabei zeigte die Frau plötzlich Freude und ein Lächeln war deutlich auf ihrem Gesicht zu erkennen.

Eine Nahaufnahme zeigt zwei Seniorinnen, die direkt vor dem Käfig sitzen und die Tiere genau betrachten. Hinter ihnen stehen die Jugendlichen vom TV Hochdorf.

Jede Menge weiterer Emotionen konnten die Jungs an diesen beiden Tagen erleben und so zeigen einzelne Jugendliche, auch über die vom TV Hochdorf organisierte soziale Aktion hinaus, Interesse an weiteren Treffen mit den Bewohnern aus dem besuchten Altenzentrum. Einer der C-Jugendspieler möchte sogar sein anstehendes Sozialpraktikum in der Einrichtung absolvieren.

"Überwältigend waren die Emotionen von beiden Seiten aber auch das Empfinden und die Weitergabe von Empathie war bei den Jungs stark zu spüren. Dies hat auch mir viel Freude bereitet", so Daniela Hook im Anschluss an die Tage. 

Text und Bilder: Nikolas Dreyer (Jugendkoordinator beim TV Hochdorf 1849 e.V.) für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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